SPRECHBLASEN - LEUCHTBLASEN

Kunst am Bau im Haus Haifa, Mainz

 

Die Sprechblasen leuchten durch die Bewegungsmelder nur dann hell auf, wenn sich gerade jemand darunter befindet. Durch die LED-Technik ist für eine Helligkeit gesorgt, die auch bei Tageslicht und zusätzlicher normalen Beleuchtung Leuchtkraft hat.

Ein Treppenhaus ist an sich ein recht banaler Ort und damit eine besondere Herausforderung.

Ein Treppenhaus ist ein Durchgangsort, aber auch ein Ort der zufälligen und flüchtigen Begegnung. Man schnappt Wortfetzen und Fragmentarisches auf. Das Konzept der Sprechblasen spielt mit der Idee, die Gedanken der anderen sichtbar zu machen.

Im Keller ist die lautmalerische Leuchtblase „BAM“ zu finden, ein Klassiker in der Comic-Kultur. „DRIIING“ ist im Eingangsbereich, assoziierbar mit einem Telefon- oder Türklingeln. „YIPPIII“ ist die größte Blase, die Freude sollte schließlich immer überwiegen. Gefolgt von einem kleinen „SEUFZ“, etwas tiefer hängend, für die kleinen Sorgen. Die Leuchtblasen sind auf verschiedenen Höhen angebracht, so dass sie mal für größere und mal für kleinere Passanten passen. Im zweiten Stock angekommen ist man meist doch etwas aus der Puste gekommen – deshalb hier „PRUST-JAPS“, außerdem eine passende Blase für die Etage der Hausaufgabenbetreuung. „Tröööt“ lässt sich zwar nicht eindeutig einordnen, sollte aber den Ernst aus allem nehmen. In der obersten Etage gibt es eine Gedankenblase „HMMM...“, das Dach eines Hauses steht für den Kopf, das Oberstübchen.

Durch die zurückgenommene Farbigkeit (alle Blasen sind weiß ebenso wie die Schrift) verweigern sich die Leuchtblasen einer eindeutigen Comicspartenzugehörigkeit und treten als Objekte in den Vordergrund. Da einem die Objekte tagtäglich im Haus Haifa begegnen, sollten sie zwar einerseits unaufdringlich (auch über Jahre hinweg), aber gleichzeitig durch das Aufleuchten präsent sein.